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Blutegeltherapie

BLUTEGEL als THERAPIE bei SEHNENSCHÄDEN – was passiert dabei?

Die Behandlung mit den Blutegeln bei Ihrem Pferd oder Hund dauert in der Regel zwischen 60 und 90 Minuten. Abhängig von dem Schweregrad der Erkrankung kommen die Blutegel einmal oder mehrfach zum Einsatz. Häufig ist nach der ersten Anwendung eine deutliche Reaktion zu bemerken. Zu Behandlungsbeginn wird der Blutegel an der vorgegebenen Hautstelle angesetzt. Der Blutegel sägt sich mit seinen Kalkzähnchen vorsichtig in die Haut  und saugt sich dort fest. Dieser Vorgang ist weitgehend schmerzfrei da der Blutegel hierbei schmerzlindernde Stoffe abgibt. Im weiteren Verlauf (15 bis 90 Minuten) leitet der Blutegel die Wirkstoffe beim Saugen in das Gewebe ein. Die kleine Bisswunde wird durch den Wirkstoff Calin 4 bis 12 Stunden offen gehalten und blutet nach. Der heilende Effekt kann nach unterschiedlichen Zeitabständen, oft sogar unmittelbar im Anschluss an die Behandlung eintreten und kann monatelang anhalten und sogar dauerhaft sein.

 

 

Blutegeltherapie bei Hufrehe – Pododermatitis aseptica diffusa

 

Warum helfen die Blutegel bei einer akuten Rehe?

Die Ursachen einer Hufrehe sind sehr unterschiedlich. Egal ob es sich dabei um eine Futterrehe handelt, bei der das Pferd einfach zu viel Kohlehydrate gefressen hat, um eine Geburtsrehe, bei der die Nachgeburt nicht oder zu spät abgeht, um Folgen einer Stoffwechselerkrankung wie EMS oder PSSM, um eine hormonelle Fehlsteuerung wie Cushing Syndrom ECS , um eine Vergiftung durch Pflanzen, Schimmelpilze, Impfungen, Parasitenbefall, Wurmkuren, um Folgen einer Kolik oder Übersäuerung oder Überbelastung „Pflasterrehe“ – es bleibt immer die mangelnde Durchblutung der sogenannten Gomphosis ungulae. So nennt man die trampolinartige Aufhängung des Hufbeins in der Hornkapsel des Hufes. Was zu wenig oder gar nicht mehr durchblutet wird stirbt ab – so auch dieser Apparat im Huf. Das erklärt auch die Senkung oder Rotation des Knochens, dem Hufbein.

Egal um welche Ursache es sich handelt – bei der Hufrehe sterben die gram negativen Bakterien – die sich beispielsweise ganz natürlich in der Gebärmutter des Pferdes  oder dem Darm finden –  massenweise ab. Diese massenhaft toten Bakterien zerfallen und das Immunsystem des Körpers versucht die abgestorbenen Teile abzutransportieren. Dabei kommt es zu einer regelrechten Verstopfung der Microkapillaren, das sind ganz feine Blutgefässe im Huf. Da sich die Hornkapsel nicht dehnen kann, und die Gomphosis die am stärksten durchblutete Region im Pferdekörper ist – kann man sich leicht vorstellen wie schmerzhaft dieser Vorgang für das Tier ist. Wenn man mal daran denkt wie schmerzhaft eine Nagelbettentzündung bei einem selbst ist – und da ist keine starre Hornkapsel um den Finger….

Im akuten Schub kommen nun die Blutegel zum Einsatz. Der innere Bereich der Hornkapsel bleibt dem Therapeuten verwehrt – nicht so dem Egel. Richtig am Kronrand positioniert erreicht der Speichel das Innere des Hufes. Dort angekommen verdünnen die Wirkstoffe des Speichels das Blut. Überschüssiges Blut wird durch den Microaderlass abgelassen – der Druck weicht – der Schmerz geht – eine Blutzirkulation kann wieder stattfinden – und somit kann eine Rotation des Hufbeines oder gar das Ausschuhen verhindert werden. Man kann sich das Ganze vorstellen wie bei einer geschüttelten Sektflasche – öffnet man den Korken kommt der Inhalt explosionsartig hervor – der Druck ist weg.

Oberstes Gebot ist daher die Schnelligkeit der Maßnahmen. Je schneller man handelt desto größer ist die Wahrscheinlichkeit Schlimmeres zu verhindern.

Im Speichel der Blutegel befindet sich eine geniale Kombination aus Hirudin Polypeptiden und Enzymen. Diese Rezeptur bewirkt ein regelrechtes Auflösen der abgestorbenen Bakterienteile. Dieser „Matsch“ wird durch den Aderlass – bewirkt durch die blutverdünnende Wirkung des Hirudins  – direkt aus dem Körper geleitet. Gleichzeitig werden schmerzlindernde und entzündungshemmende Stoffe direkt in den Huf gepumpt – optimale Voraussetzungen für eine Genesung!

In meiner Praxis wende ich die Egel als das Mittel der Wahl an und kombiniere es – je nach Schweregrad – mit der Homöopathie, der Phytotherapie, und der Farblichttherapie. Natürlich muss auch der Hufschmied in die Behandlung mit einbezogen werden. Auch die Schulmedizin kann zu Rate gezogen werden – denn der Patient sollte im Mittelpunkt stehen – und alles erdenkliche sollte unternommen werden um zu helfen. Ich stehe Ihnen und Ihrem Pferd nicht nur im akuten Moment zur Seite – sondern auch in der Rekonvalenzzeit im Anschluß und berate Sie gerne – was die Vermeidung angeht. Denn Prävention gehört dazu.

Bleiben Sie gesund – und bei Fragen einfach anrufen!